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Die zweite Form des Chen-Stil Taijiquan: Kanonenfaust

Von Gu Liuxin (1983), Übersetzung © CTND. 

(Übersetzung nach: Gu Liuxin. (2005 reprint). Paochui: Chenshi taijiquan di erlu (reprint). Beijing: Renmin tiyu chubanshe. S. 42-44)

 

Wenn man Taijiquan übt, muss man von Anfang bis Ende ruhig und ohne Stress sein (das Herz friedlich und das Qi harmonisch). "Ruhe im Herzen und die Aufmerksamkeit gebrauchen, der Körper ist gerade und locker (song)". Mann muss das zentrale Nervensystem beruhigen, die Muskeln und die Gelenke müssen auf natürliche Weise entspannen. Die inneren Organe sollten ebenfalls auf natürliche Weise angenehm gehalten werden, die Gedanken konzentrieren sich darauf, die Bewegungen zu führen.

Das Taijiquan verbindet die Ruhe mit der Bewegung. In den klassischen Boxtexten steht dazu "aus dem Zentrum der Ruhe entsteht Bewegung und Bewegung ist wie Ruhe", das bedeutet auch "die Ruhe erfordert die Bewegung und die Bewegung erfordert Ruhe". Die Positionen aller einzelnen Körperteile haben speziellen Anforderungen zu entsprechen, hier findet sich eine Auflistung derselben:

 

1. Kopfpartie

Der Kopf muss aufrecht und gerade gehalten werden, der Akupunkturpunkt Baihui an der Kopfspitze muss eine Idee des leichten nach oben Hebens besitzen, wie von einem Seil gehalten und nach oben aufrecht. Beim Üben des Boxens darf diese Scheitelkraft (das nach oben Halten also, Anm. d. Ü.) von Anfang bis Ende nicht verloren gehen.

 

Die Zusammenfassung im Boxklassiker heißt hierzu "ein leerer Nacken und Scheitelpunktkraft, die Geisteskraft durchdringend bis zur Spitze". Die Augen sehen auf natürliche Weise auf einer Ebene nach vorn, ihr Ausdruck geht vor allem in die Richtung der Hauptbewegungen von Händen und Füßen. Die Ohrspitzen sind nach oben gerichtet und die Ohren hören ruhig nach hinten. So trainiert man Sicht und Gehör. Man atmet auf natürliche Weise durch der Nase, beim Fajin aber kann man auch den Mund benutzen und mit Mund und Nase ausatmen, da in diesem Sekundenbruchteil des Fajins beim nur mit der Nase atmen nicht genügend Luft ausgestoßen werden könnte. Die Lippen sind leicht geschlossen, die Zähne ebenso, die Zunge ist flach und die Zungenspitze berührt leicht den Gaumen, die Körperflüssigkeiten werden geschluckt; der untere Kiefer ist leicht nach innen gezogen. Der Gesichtsausdruck ist auf natürliche Weise ernst und zeigt keine Nervosität oder Grobheit. Der Nacken ist auf natürliche Weise vertikal, folgt aber der Blickrichtung, der Bewegungsrichtung und jeglichen agilen Drehbewegungen. Hinter dem Nacken zwischen den zwei großen Muskelstreifen liegt der "Yamen Akupunkt" und weiter unten liegt der "Changqiang Akupunkt" (der nahe am Steißbein gelegen ist). Diese agieren wie ein "Körper-Bogen", man benutzt die Taille (die Lendenwirbel) dabei als "Bogengriff" zwischen diesen zwei Bogenenden zum Spannen, Justieren und Explodieren, beim Tuishou ist es eine Methode des Wickeln, Ansammelns und Aussendens und sehr wichtig für das Bewegen.

 

2. Die Schultern und Arm Sektion

Die beiden Schultern sind auf einer Ebene und gesunken, sie dürfen nicht hochgezogen und nicht nach hinten geöffnet werden, sie sind nach vorne etwas gerundet, um das "Brust einzubehalten" zu unterstützen und verstärken dabei die schließende Kraft. Die Ellbogengelenke hängen nach unten und haben etwas die Idee des nach außen öffnens. Sie steuern damit bei zur "dehnenden Kraft“ und zur schließenden Kraft. Die Ellbogengelenke sind leicht gebeugt, "die Ellbogen dürfen sich nicht and die Rippen anschmiegen", und die Achselhöhle lässt in etwa den Platz einer Faust, so dass es einfach ist beim Tuishou beide Schultern und Arme Raum haben und sich frei bewegen zu können. Die Handgelenke sollen flexibel und lebendig sein und sich kräftig drehen können, man sagt auch "sitzendes Handgelenk" (schiebendes Handgelenk), beim Wechseln von Positionen soll es ruhig und gelassen nach unten drücken, außerdem soll es die Richtung festlegen, um die Handflächen ausreichend mit innerer Kraft zu füllen; das Handgelenk ist flexibel und lebendig und kräftig und muss Hebel- und Greiftechniken verbinden mit Hebelbefreiungen und dem Umkehren von gegnerischen Hebeltechniken (in eigene Hebeltechniken).

 

Um beim Tuishou den gegnerischen Kraft-Pfad kontrollieren zu können, bedarf es ebenfalls der "sitzenden Hand", der Fähigkeit, "die Hände zu überbrücken und Nute und Zapfen zu setzen" (Nute und Zapfen setzen ist eine Metapher, wie der Zimmersmann mit dem Beil die Nute schlägt, der Nutenkopf ist hart und bewegt sich nicht), um Kraft nach vorne zu schleudern.

 

3. Brust und Rücken

Die Brust ist gedehnt, locker und etwas eingezogen, sie darf nicht nach außen herausragen oder nach innen einfallen, der Rücken ist ausgerollt, die Muskeln locker gesunken, die Rückenknochen zwischen den beiden Schultern folgen der Scheitelkraft nach oben zum Nacken hin. Sie sind also nach oben stimuliert. Sie geben der Haut das Gefühl des Aufgespannt-Seins, das wird „den Rücken runden“ genannt oder „das Qi klebt am Rücken“. Zu Brust und Rücken sagt man normalerweise „die Brust einbehalten und den Rücken runden“, das hat nach außen die Idee des vorne Schließens, und von schließender Kraft beim Kraft aussenden. Die einzelnen Glieder der Wirbelsäule müssen locker gesunken und gerade gehalten werden. Der Bauchbereich sollte entspannt und ruhig sein und nach außen gerichtet vorne schließen. Dem Atem folgend sollte sich der Unterbauch leicht nach innen ziehen, und dem Ausatmen folgend weitet er sich nach außen (das Qi sinkt ins Dantian), man kann nicht einfach so machen, dass "das Qi ins Dantian sinkt" und dabei den ganzen Tag so aussehen, als ob man schwanger wäre. Die Taille muss locker sein, gesunken, gerade, für das Drehen und Rotieren muss sie flexibel sein, das gilt für alle Körperbewegungen und Wechsel. Die Stabilität des Schwerpunktes muss angepasst werden, damit beim Schieben die Kraft die Gliedmaßen erreicht. Alle Positionen der Gliedmaßen haben wichtige Funktionen zu erfüllen. Die klassischen Boxtexte weisen darauf hin: "Der Kontrolleur ist in der Taille" und "sei achtsam auf den Bereich zwischen der Taille". Der Hintern muss gemäß der Anatomie natürlich nach außen herausragen, aber man darf ihn nicht nach hinten hinausstrecken, aber auch nicht extra einziehen. Beim Üben hat man einfach keinen Hintern. Es ist wie wenn man sitzt und schreibt oder meditiert, dann zeigt der Hintern auf natürliche Art heraus. Der Steißbeinbereich befindet sich von vorne gesehen auf der zentralen Linie und es wird hierzu auch gesagt: „Weilü ist gerade und aufrecht".

 

4. Beine

Die beiden Innenseiten der Oberschenkel und die beiden Hüftseiten gehören zum Schritt, also zum Dammbereich (dem Huyin Akupunkturpunkt). Beide Hüftwurzeln müssen sich öffnen und öffnen dadurch auch den Schrittbereich und runden ihn, durch das Drehen wird man beweglich, die Schrittweite kann sehr groß sein und beim Treten auch sehr hoch. Beim normalen Mabu (Reiterstand) muss die Hüfte auf einer horizontalen Ebene mit den Knien sein, beim Einnehmen des Gongbu (Bogenstandes) müssen ebenso beim vorderen Bein Hüfte und Knie auf einer Ebene sein, wenn das leere Bein einen Schritt macht ist es auch so, dass Hüfte und Knie auf einer Ebene sein müssen, dadurch entwickelt man mehr Beinmuskulatur und stärkt die Kniegelenke und die das Körpergewicht stützende Kraft. Ältere Herrschaften ohne Übung sollten dieses aber nicht einfach so versuchen. Die beiden äußeren Schenkel drehen leicht nach innen und schließen (schließen also vorne), die beiden Knie sind leicht gebeugt und haben eine Idee von Nach-außen-Ausdehnens und nach Nach-innen-Schließen. Die Unterschenkel entsprechen dem, sie stützen leicht nach außen, das entspricht dem Vergrößern der unteren Ebene und sichert die Stabilität des Säulenstandes. Die Fußknöchel tragen das gesamte Körpergewicht, sie müssen fest stehen und stark sein und imstande sein zu drehen und dabei das Zentrum justieren. Die beiden Füße sind flach auf dem Boden, die Ferse und die Fußinnenseite bis zum großen Zeh, der zweite Zeh und der mittlere Zeh wenden etwas Kraft auf, die Fußspitze ist etwas nach außen gedreht und nimmt die Form eines 'V' ein (die umgedrehte chinesische 8) (dieses betrifft den Laojia-, den alten Rahmen-Stand, in der Xinjia, im neuen Rahmen, schauen die Fußspitzen nach vorne und formen keine umgedreht V-Form). Diese genannten Anforderungen sind praktisch auf die gesamten Boxstellungen anzuwenden.

 

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