Chen Changxing

Zehn Kernaussagen zum Taijiquan

Übersetzung aus dem Chinesischen © CTND.

 

1. Gesetz

Ohne Zerstreuung gibt es kein Zusammenkommen, ohne Trennung keine Vereinigung. Überall zwischen Himmel und Erde haben die einzelnen Teile ihre Entsprechungen. Es gibt eine Vielzahl von Dingen, aber all das Chaos hat seinen Ursprung. Aus einer Wurzel kommen alle zehntausend Dinge hervor und die zehntausend Dinge kehren alle zu der einen Wurzel zurück. Wenn man das Boxen lernt, sind die Regeln nicht anders. In den zahllosen Wechseln im Taijiquan geht es eigentlich nur um Kraft (劲 jin). Obwohl die ganzen Dynamiken (势 shi) alle unterschiedlich sind, kehrt die Kraft doch zur Eins zurück. Diese sogenannte "Eins" bezieht sich in Wirklichkeit auf [den ganzen Bereich von] Kopf-Scheitel bis Fuß, innen sind die Organe und die Sehnen und Knochen und außen sind Muskeln, Fleisch und Haut. Die vier Gliedmaßen arbeiten zusammen und die hundert Knochen wirken wie eine Einheit. Zerbrechen öffnet sie nicht [also diese Einheit, Anm. d. Ü.], Schläge zerteilen sie nicht. Wenn sie sich oben bewegt, dann folgt der Unterteil auf natürliche Weise, wenn das Unterteil sich bewegen möchte, dann führt das Oberteil. Wenn sich Ober- und Unterteil bewegen, dann fügt sich die Mitte. Der mittlere Teil bewegt sich und Unterteil und Oberteil verbinden sich und machen mit. Innen und Außen sind verbunden. Vorne und Hinten benötigen einander. Die sogenannte "Eins" bedeutet, dass man wie aufeinandergereiht [von einem Faden durchzogen, 贯 guan] ist, so wird es gesagt. Dieses sollte ohne Mühe geschehen, folge einfach, wie es ist. Wenn du dich bewegst, dann stürme vorwärts wie Drache oder Tiger und sei ungestüm wie der Blitz. Bei Stille, Ruhe und Gelassenheit verweile an einem Ort [in einer Position] und sei standhaft wie ein hoher Berg. So still, dass kein Teil nicht still ist. Innen und außen sowie unten wie oben sind ohne auch nur den leisesten Hauch sorgenvoller Gedanken. Wenn du dich bewegst, gibt es keinen Teil, der sich nicht bewegt. Vorne und hinten sowie links und rechts zögern allesamt nicht, der Bewegung präzise zu folgen, ganz wie Wasser, das herunterfließt, so reichlich, dass man sich nicht erwehren kann. Wie eine Kanone (火机), die von innen attackiert, wenn sie schießt, ist zu spät, sich die Ohren zu bedecken. Es bleibt keine Zeit, zu überlegen oder zu diskutieren, es ist wahrlich unerwartet und bereits, wie es ist. Kraft (劲) wird jeden Tag gespeichert, um sie zu nutzen, und wenn du die Fertigkeit (功) über eine lange Zeit übst, wirst du Erfolg haben (vollenden). Um Verständnis zu erlangen, musst du viel studieren und dir Wissen erarbeiten, und wenn du seine Natur erkannt hast, kannst du das Prinzip meistern. Es gibt keine schwierigen oder einfachen Dinge, und Fertigkeit kommt von selbst, wenn man [in eine Sache] hineingeht, sie kommt nicht übereilt, sondern, indem man Schritt für Schritt macht und Fortschritte macht, dann sind die hundert Knochen, die Sehnen und die Gelenke alle wie von einem Faden durchzogen aufeinandergereiht (贯通), unten und oben sowie innen und außen vernetzen sich ohne Schwierigkeit. Die zerstreuten Dinge kommen wieder zusammen, die getrennten Dinge vereinigen sich, die vier Gliedmaßen und die hundert Knochen werden schlussendlich eine Energie (气).

 

2. Energie

Zwischen Himmel und Erde gibt es nichts, das geht und nie wiederkehrt; es gibt nichts, das immer gerade ist und sich nicht nicht auch beugt; alles hat auch sein Gegenstück, und die Dynamiken/Stellungen (势) gehen hin und kommen zurück. Von damals bis heute bleibt dieses Gesetz unverändert, und folglich gilt es auch für die Theorie des „Boxens“ (捶), die sich gleichzeitig mit der Theorie der Energie (气) befasst. Wir [sprechen] hauptsächlich von der Eins [dem einen Qi, Anm. d. Ü.], doch wie wird sie in die Zwei geteilt? Es wird Zwei genannt, nämlich Aus- und Einatmen und das Aus- und Einatmen entspricht dem Yin und Yang, und das Boxen kann nicht ohne Bewegung und Ruhe sein, und die Energie kann nicht ohne Aus- und Einatmen sein, das Ausatmen folgt dem Yang, das Einatmen folgt dem Yin, sich zu erheben (上升) ist Yang, herunterzukommen (下降) ist Yin, wenn Yangqi aufsteigt ist das auch Yang, wenn Yangqi sich senkt, ist das auch Yin. Wenn Yingqi steigt, wird das als Yang bezeichnet, wenn Yingi sinkt, dann ist es noch immer Yin. So wird in Ying und Yang unterteilt. Was ist die Bedeutung von klar (清) und trübe (浊)? Wenn etwas nach oben steigt, ist es klar. Wenn etwas sinkt, ist es trübe. Klar ist Yang und trübe ist Yin. Daher ist eine Unterteilung dieser Art YinYang. Wenn man es als Ganzes betrachtet, ist es Energie (气). Energie kann nicht ohne YinYang sein und somit kann der Mensch nicht ohne Bewegung und Ruhe sein. Die Nase kann nicht ohne Aus- und Einatmen sein und der Mund nicht ohne herein und heraus. Dieses ist das, was wir die Theorie des Gegenteils nennen. Daher teilt sich die Energie in die Zwei und das (wie von einem Faden durchzogene) Aufeinanderreihen (贯) ist die Eins. Wer die Absicht hat, diesen Weg zu beschreiten, sollte darauf ohne Starrheit achten.

 

3. Die drei Sektionen

Die Energie ist eigentlich die Basis aller Körperteile und all die Körperteile sind sehr zahlreich. Wenn man also die einzelnen Teile nacheinander besprechen möchte, dann entfernt man sich vom Ziel der Boxkunst. Man sollte [stattdessen] einfach in drei Sektionen teilen und diese Teilung sollte so vorgenommen werden: die drei Sektionen sind Oben, Mitte und Unten, oder auch die Wurzel, die Mitte und der Astzipfel (die Astspitze). Wenn man nun über den ganzen Körper spricht, dann ist der Kopf die obere Sektion, die Brust die mittlere und die Beine sind die untere. Wenn man über den Kopf spricht, ist die Stirn die obere, die Nase die mittlere, und der Mund die untere Sektion. Wenn man über die Körpermitte spricht, dann ist die Brust die obere, der Bauch die mittlere und das Zinnoberfeld (dantian) die untere. Wenn man über die Beine spricht, ist der Oberschenkel die Wurzel, das Knie die Mitte und der Fuß der Zipfel. Wenn man über den Arm spricht, ist der Oberarm die Wurzel, der Ellbogen die Mitte und die Hand der Zipfel. Wenn man von der Hand spricht, so ist das Handgelenk die Wurzel, die Handfläche die Mitte und die Finger sind die Zipfel. Diese Betrachtung sollte nun ausreichen und wir müssen nicht weiter über den Fuß sprechen. So ist es also von Kopfspitze bis Fuß, dass alle Orte drei Sektionen aufweisen. Kurz gesagt gibt es nichts ohne diese drei Sektionen und jede Sektion hat seine eigene Bedeutung. Ist das obere Glied unklar, so hat es keine/n Absicht/Zweck, ist das mittlere Glied unklar, so ist der innere Körper leer, ist das untere Glied unklar, findet ein Umsturz statt. Wie könnte man daher die drei Sektionen vernachlässigen? Was den Start der Energie angeht, so muss man von dem Glied des Zipfels aus beginnen, das Glied der Mitte folgt und das Glied der Wurzel drängt (催). So ist es, wenn man unterteilt, wenn man [hingegen] die Verbindung [das Ganze] betrachtet, von Kopfscheitel bis Fuß, die vier Gliedmaßen und die hundert Knochen, dann sie sind alle wie eine einzige Sektion. Was soll man dann also über die drei Sektionen reden. Und was soll man dann noch darüber reden, dass jede Sektion sich wieder in drei Sektionen teilt.

 

4. Die vier Enden (Astspitzen)

Nachdem wir über den Körper gesprochen haben, gehen wir weiter und besprechen die vier Astspitzen. Diese vier Astspitzen sind wie ein Überbleibsel des Körpers. Spricht man über den Körper, redet man zunächst nicht darüber, und wird über Energie (气) gesprochen, hört man auch kaum davon. Doch nutzt man das Boxen (捶), folgt man von innen und sendet nach außen aus, die Energie kommt aus dem Körper und sendet in die Enden aus. Im Gebrauch ist die Energie so, dass sie ohne Körper leer (虚) ist und nicht substanziell (实). Wenn sie nicht durch die Enden geht, dann ist sie substanziell und doch leer. Wie könnte man da nicht über die Enden reden! Es scheint, als ob Finger und Füße gemeint wären mit den Enden! Aber die haben nichts mit den Enden der Enden zu tun. Doch was sind die vier Enden? Das Haar ist ist eins davon. Doch was das Haar angeht, gehört es nicht zu den Fünf Elementen und ist auch keines der vier Gliedmaßen und scheint nicht der Rede wert zu sein. Aber das Haar ist das Ende des Blutes (血) und das Blut [wiederum] ist der Ozean der Energie. Und selbst wenn es nicht um das Haar geht, sondern man über die Energie redet, dann kann man es nicht auslassen, denn aus dem Blut entsteht die Energie. Und man kann auch nicht das Blut auslassen und auch nicht das Haar. Wenn das Haar sich aufstellt, ist das Blutende ausreichend. Die Zunge ist das Ende der Muskeln (肉), und die Muskeln sind das Hohlorgan [bzw. der Container] der Energie. Wenn die Energie nicht in die Muskelenden hervordringen kann, dann ist das Maß an Energie nicht ausreichend. Wenn die Zunge auf die Zähne drängt, sind die Muskelenden ausreichend. Die Knochenenden sind die Zähne, die Sehnenenden (筋之梢) die Fingernägel. Die Energie kommt aus den Knochen und vereinigt sich mit den Sehnen. Wenn die Zähne nicht erreicht werden, werden auch die Knochenenden nicht erreicht, wenn die Fingernägel nicht erreicht werden, werden auch die Sehnenenden nicht erreicht. Wenn es ausreichend sein soll, müssen die Zähne sich fast von den Sehnen trennen und die Fingernägel die Knochen durchdringen. Wenn man es so macht, dann sind die vier Enden ausreichend. Wenn die vier Enden ausreichend sind, dann ist auch die Energie genug und es gibt keine Probleme mit Leere ohne Substanz oder Substanz und doch eigentlich leer.

 

5. Die fünf Organe

Wenn es um das Boxen geht, wird über die Dynamiken (势 shi) gesprochen, wenn es um die Dynamiken geht, wird über die Energie (气) gesprochen. Der Mensch erhält seine Gestalt durch die fünf Organe und diese fünf Organe erzeugen die Energie. Deshalb sind die fünf Organe die Quelle des Lebens, die Wurzel der Geburt der Energie, und sie werden Herz, Leber, Milz, Lunge und Niere genannt. Das Herz gehört zum Element Feuer und daher zeigt es sich wie die Hitze. Die Leber gehört zum Element Holz, daher nimmt sie krumme oder gerade Gestalt an. Die Milz gehört zum Element Erde, daher besitzt sie aufrichtige Stärke. Die Lunge gehört zum Element Metall, daher hat sie die Funktion der Extraktion. Die Niere gehört zum Element Wasser, daher hat sie die Fähigkeit zu befeuchten. Das ist nämlich der Sinn der fünf Organe, die sich nach der Energie richten und miteinander kooperieren. Diejenigen, die Kampfkünste ausüben, dürfen diese nicht ignorieren. Im Inneren, im Brustbereich befinden sich die Lungen. Die Lunge ist wiederum der Baldachin der fünf Organe. Wenn daher die Lungen arbeiten, arbeiten auch alle anderen Organe mit. 

Das Herz befindet sich zwischen den beiden Brüsten und wird von der Lunge umgeben, unter der Lunge und über dem Zwerchfell befindet sich das Herz. Das Herz ist der Herrscher. Wenn sich das Feuer des Herzens bewegt, folgt sogleich das Feuer aller anderen mit. Unterhalb der Seitenrippen befindet sich auf der rechten Seite die Leber, auf der linken Seite die Milz. Hinter dem 14. Wirbel befindet sich die Niere. Die Taille ist der Stammplatz der beiden Nieren. Sie werden von Geburt an als die allererste Grundlage und als der Ursprung aller Organe bezeichnet. Wenn die Nieren reichlich gefüllt sind, sind Metall, Holz, Wasser, Feuer und Erde alle vital. Das ist also die Lage der verschiedenen Organe. Obwohl die fünf Organe jeweils eine bestimmt Position im Inneren haben, bezieht sich ihre Funktionsweise doch auf den gesamten Körper. Da es zu viele sind, werden hier nicht alle einzeln genannt. Im Großen und Ganzen kann man von dem Körpersystem sagen, dass das Zentrum eine starke Verbindung zum Herz hat, die Höhlung eine starke Verbindung zur Lunge. Wo sich die Knochen zeigen, gibt es eine starke Verbindung zu den Nieren. Wo sich die Sehne verbinden, gibt es eine starke Verbindung zur Leber. Wo sich das Fleisch anhäuft, gibt es eine starke Verbindung zur Milz.

Von ihrer Bedeutung her können wir uns das Herz wie ein Raubtier und die Leber wie einen Pfeil vorstellen. Die Kraft der Milz ist groß und endlos. Die Lungen sind am agilsten und die Nierenenergie bewegt sich schnell wie der Wind. Die Eigenschaft der einzelnen Organfunktion muss man am eigenen Körper erproben, da ich hier so viele Details nicht beschreiben kann.

 

6. Die drei Verbindungen

Die fünf Organe sind bereits geklärt, daher widmen wir uns den drei Verbindungen. Diese sogenannten drei Verbindungen sind: das Herz verbindet sich mit der Aufmerksamkeit, die Energie mit der Kraft, und die Sehnen mit den Knochen, das sind die drei inneren Verbindungen (内三合). Die Hände verbinden sich mit den Füßen, die Ellbogen mit den Knien und die Schultern mit der Hüfte, dieses sind die drei äußeren Verbindungen (外三合). Das bedeutet auch, die linke Hand mit dem rechten Fuß zu koordinieren, den linken Ellbogen mit dem rechten Knie, und die linke Schulter mit der rechten Hüftseite. Die drei Verbindungen rechts sind wie die links ebenso korrekt. Der Kopf verbindet sich mit der Hand, die Hand mit dem Körper, und der Körper mit dem Schritt, sind das nicht äußere Verbindungen? Wenn das Herz sich mit den Augen verbindet, die Leber mit den Sehnen, die Milz mit den Muskeln, und Lunge und Körper, und die Nieren mit den Knochen, sind das dann nicht innere Verbindungen? Diese einzelnen Verbindungen sind [steten] Veränderungen unterworfen. Kurz gesagt, wenn sich ein Teil bewegt, gibt es nichts, das sich nicht bewegt, wenn sich eins verbindet, gibt es kein Teil, das sich nicht verbindet, die fünf Organe und die hundert Knochen des Körpers sind alle eingeschlossen.

 

7. Die sechs Vorankommen

Wenn wir die drei Verbindungen erfasst haben, müssen wir noch über die sechs Vorankommen sprechen. Was sind denn diese sechs Vorankommen? Der Kopf gilt als Haupt der sechs Yang-Kanäle und wird als Herrscher des ganzen Körpers bezeichnet. Alle Organe und Knochen sind diesem untergeordnet. Wenn also der Körper vorangeht, muss auch der Kopf vorankommen.

Die Hände sind die Vorhut, aber Schultern und Oberarme sind ihre Wurzel. Wenn die Schultern und Oberarme nicht vorangehen, können auch die Hände nicht voran. Es kann also nicht sein, dass Schultern und Oberarme nicht vorankommen.

Das Qi sammelt sich im zhong wan Akupunkturpunkt (etwa zwischen dantian und danzhong, Anm. des Übersetzers), der Motor befindet sich in der Taille. Kommt die Taille nicht voran, bleibt die Energie ungesättigt und nicht substanziell. Daher ist ganz wichtig, mit der Taille voranzukommen.

Die Intention (yi) durchdringt den gesamten Körper, die Bewegung hängt von den Schritten ab. Gehen die Schritte nicht voran, ist auch die Intention machtlos. Daher ist besonders wichtig, dass die Schritte vorankommen.

Startet rechts, kommt links voran und startet links, kommt rechts voran. Zählt man diese dazu, sind es insgesamt als sechs Vorankommen. Man sollte sich sehr bemühen, die sechs Vorankommen zu verstehen. 

Kurz gesagt heißt das, dass sich der ganze Körper nicht im Geringsten zu bewegen beabsichtigt, wenn das Vorankommen nicht verlangt wird. Sobald das Vorankommen verlangt wird, darf der Körper ohne das geringste Zögern handeln. Das ist das Prinzip der sechs Vorankommen.

 

8. Die Körpermethode (shenfa) 

Was man seine Hände aussendet (发) und den Feind angrifft, hängt alles von der Körpermethode ab. Doch was ist die Körpermethode? Es gibt: längsgerichtet (纵), horiztontal (横), hoch (高), tief (低), vorwärts gerichtet (进),rückläufig (退),umdrehend (反) und seitwärtsgerichtet (侧).

Längsgerichtet heißt, Kraft freizulassen und ohne Wiederkehr zu gehen.

Horizontal heißt, die Kraft [wie ein Paket] zu binden und aufzureißen, ohne dass es jemand verhindern könnte. 

Hoch heißt, den Körper zu strecken, als ob man nach oben hin groß wird.

Tief heißt, den Körper zu ducken und ihm einen sammelnden und schließenden Anschein zu geben.

Vorwärts gerichtet heißt, ohne Unterlass mutig nach vorn zu schreiten. 

Rückläufig heißt, sich zurück zu ziehen und seine Energie zu schonen, sich zu drehen und seine Kraft zu verbergen.

Sich umzudrehen bedeutet, sich nach hinten zu wenden, so dass hinten vorne ist.   

Seitwärts gerichtet heißt, sich nach links und rechts zu wenden, so dass sich keiner traut, mich von den Seiten anzugreifen.

Dabei soll man sich nicht zu starr verhalten. Man analysiert die Stärken und Schwächen des Gegners, und entwirft dann das eigene Vorgehen. Mal längsgerichtet, mal horizontal, längs und horizontal wechseln sich ab, das kann man nicht festlegen. Mal hoch und mal tief, sie können jederzeit wechseln, wie könnte man das festlegen? Manchmal sollte es vorwärts sein, weil man durch rücktwärts den Mut verliert. Mal sollte es rücktwärts sein, damit man sich wieder vorbereiten kann, um dann erneut und besser nach vorne zu gehen. Daher hilft diese Art des Rückzugs eigentlich dem Vorwärtsgehen.

Wenn wir uns nach hinten drehen, dann wird uns die Rückseite bewusst und ist damit keine Rückseite mehr. Wenn wir die linke und die rechte Seite beachten, dann werden uns links und rechts bewusst und sind damit keine Link- oder Rechtseite mehr.

Zusammengefasst liegt das eigene Vorgehen in den Auge, das Anpassen liegt im Herzen, sowie das Analysieren und Entscheiden, und deren Wurzel liegt im Körper. Geht der Körper voran, gehen alle vier Gliedmaßen auch ohne Befehl mit. Geht der Körper zurück, gehen alle hunderte Knochen des Körpers mit zurück. 

Daher muss über die Körpermethode unbedingt geredet werden.

 

9. Die Schrittmethode (bufa) 

Der gesamte Körper bestimmt die Bewegung, doch das (Vorwärts-)Bewegen wird durch die Schritte verwirklicht. Der Schritt ist die Wurzel des Körpers und der Drehpunkt der Körperbewegung. Um einen Kampf aufzunehmen, bedarf es der Grundlage des Körpers. Die Grundlage für den Körper ist der Schritt.

Um sich schnell an veränderte Bedingungen anzupassen, ist man auf die Hände angewiesen. Um die Hände flexibel bewegen zu können, bedarf es auch des Schrittes. Beim vor- und zurückschreiten und nach links und rechts wenden (进退反侧), sind die Schritte die treibende Kraft. Ob zügeln oder zerstreuen, ausdehnen und zusammenziehen, nur die Schritte verwirklichen alle Wechsel wunderbar. Der gesamte Steuerungsmechanismus liegt an den Augen, das Wechseln liegt im Herzen und das Anpassen an die jeweilige Situation. Mit den Schritten erzeugt man ständige Veränderung, ohne selber in Schwierigkeit zu geraten.

 

10. Hart und weich 

 

 

 

(Chen Changxing, S. 8-17; Übersetzung aus dem Chinesischen © CTND)

 

Literatur:

Chen Changxing in Chen Ziqiang (2008). Chen-Style Taiji Pole. Zhengzhou: Petrel Publishing House, Henan Electronic & Audiovisual Press.

 

 

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