Welche Trainingsinhalte werden im Chen-Stil Taijiquan unterrichtet?
Das Training im Chen-Stil Taijiquan umfasst ein breites Spektrum an Übungen, die Körper, Geist und Anwendung gleichermaßen entwickeln. Dazu gehören Formen, Basisübungen, Partnertraining, Anwendungen und theoretische Grundlagen.
Formen (Taolu)
- Yilu – die erste Form
- Erlu – die zweite Form („Kanonenfaust“, Paochui)
- Waffenformen – Säbel, Schwert, Langstock, Stock und weitere
Übungen (Grundlagen und Körperarbeit)
- Zhan Zhuang – stehende Übungen (Qigong)
- Dong Zhuang – bewegte Grundübungen
- Jibengong – Basisübungen
- Danshi – Einzelstellungen
- Buxing und Bufa – Stände und Schrittarbeit
- Tuifa – Beinarbeit, Tritte (ti) und Feger (sao)
- Zhangfa – Handmethoden
- Shenfa – Körpermechanik
- Neigong – innere Arbeit
- Dazuo – Sitzmeditation
- Krafttraining – z. B. mit Taiji-Ball (qiu), Griffel (bang) und Langstock (dagan)
Anwendungen (Kampfkunst)
- Yongfa – Anwendungen aus der Form
- Tuishou (Push Hands) – Partnerübungen:
- mit und ohne Schritte (huobo, dingbu)
- ein- und zweihändig (danshou, shuangshou)
- Vier-Prinzipien-Pushhands (si zheng)
- kleines und großes Wegnehmen (xiaolü, dalü)
- Vorwärts- und Rückwärtsbewegung (jin, tui)
- freie Schritte (luan cai hua)
- reibende und impulsive Drills (rou, zhuang)
- Dashou – Schlagroutinen und Drills
- Sanshou – freies Sparring
- Shuaijiao – Ringen und Würfe
- Qinna – Hebel- und Kontrolltechniken
- Wettkampftraining – Training unter sportlichen Regeln
- Freies Üben und Rangeln – kooperative Anwendung
Theorie
- Taiji-Prinzipien
- Bewegungslehre
- Anatomie
- Kulturgeschichte
- Philosophie
Durch dieses Training werden neben den klassischen Inhalten der Kampfkunst auch moderne, körperliche Fähigkeiten gezielt entwickelt. Dazu gehören unter anderem die Verbesserung der Körperstruktur und Haltung, der Aufbau funktioneller Muskulatur, die Schulung von Koordination und Gleichgewicht sowie die Aktivierung des faszialen Systems. Gleichzeitig wird das Nervensystem trainiert, wodurch Bewegungen präziser, effizienter und besser abgestimmt werden. Taijiquan verbindet somit traditionelle Trainingsmethoden mit Effekten, die auch aus moderner Bewegungslehre und Trainingswissenschaft bekannt sind.
Taijiquan wirkt nicht nur auf einzelne Bereiche, sondern auf das gesamte Bewegungssystem: Faszien, Gelenke, Nervensystem und Koordination werden gleichermaßen angesprochen und integriert trainiert.


























